Filmschaffen in der Zukunft

Die cinec vom 22. bis 24. September in München

Technik für den Film zeigt die cinec vom 22. bis 24. September in München. Was man damit machen kann, wird parallel zur Fachmesse für Cine Equipment und Technologie in Vorträgen und Seminaren beim »cineCongress« erklärt.

Quelle: Albrecht GmbH / P. G. Loske

Für drei Tage wird das Münchner MOC im September zum Filmstudio. In den Messehallen zeigen 172 Hersteller aus 22 Ländern ihre neuesten Entwicklungen und Lösungen für die Aufnahme und die Postproduktion.

Neben bekannten Größen der Branche wie Arri, Cooke oder J.L. Fisher stellen sich auch dieses Jahr wieder neue Aussteller aus allen Bereichen der Filmtechnik vor – unter anderem Bickers Action aus Großbritannien mit Grip-Lösungen, Carpetlight aus Hamburg mit LED-Leuchten und die schwedische Heden Group mit Optiken. Neu auch Atomos, Sigma, Aputure oder Stype Norway aus dem Norden.

Die wichtigsten Innovationen werden während der Messetage von einer Fachjury begutachtet und in mehreren Kategorien mit dem »cinecAward« ausgezeichnet. 36 Neuentwicklungen sind in diesem Jahr im Rennen, die Preisgala findet am Sonntag, 23. September, um 19:30 Uhr im Kuppelsaal der Bayerischen Staatskanzlei in München statt.  

Doch es geht nicht allein um tolle Technik. Im »cineCongress«, der parallel zur Geräteschau im MOC läuft, wird erklärt, was damit alles möglich ist. Zur 12. Auflage der cinec hat die Fernseh- und Kinotechnische Gesellschaft (FKTG) in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Kinematografie (BVK) das Programm zusammengestellt.

Workshops und Vorträge liefern Einblicke in komplexe Herausforderungen, Trends und neue Geschäftsfelder: Einen Blick auf die Farben der Malerei für die Gestaltung des digitalen Bildes wirft Prof. Rolf Coulanges vom BVK zum Auftakt des Kongresses am Samstag, 22. September, um 10:45 Uhr. Anschließend referiert Prof. Peter C. Slansky von der Hochschule für Fernsehen und Film München über »The Anamorphic Look«. Wie sich das Bild für die »Frauen hinter der Kamera« gestaltet, erklären die Kamerafrauen Caroline Rosenau (Bundesverband der Fernsehkameraleute), Julia Schlingmann (BVK) und Prof. Ursula Barthold (Verdi) in ihrem »Minority Report«.  

Steht der Vormittag unter dem Motto »Aufnahme«, geht es am Samstagnachmittag um neue Techniken: Einen Praxisblick wirft Patrick Palmer von Adobe auf Standards für HDR, HFR, 8K, WCG und VR 180e. Sein Kollege Karl Soule stellt anschließend agile Workflows für die Spielfilmproduktion vor. Wie Internettechnik in der szenischen Produktion hilft, erklärt Hermann Popp von Arri für die Aufnahme, Peter Neumann von Nablet für die Postproduktion. Zum Abschluss des ersten Kongresstages stellt Jakob Ballinger neue Lichtlösungen seiner Firma The Light Bridge vor.

Der Sonntag beginnt um 10:30 mit Formatfragen. Mit dem Interoperable Master Format (IMF) hat die Society of Motion Picture and Television Engineers (SMPTE) einen Standard für Masterfiles geschaffen, mit dem verschiedene Fassungen eines Films platzsparend gespeichert, möglichst viele Zielformate bedienen werden und Abläufe automatisiert werden können. Nach einem Überblick stellt John Hurst von CineCert eine neue Strategie für die globale Mediendistribution vor,  Sebastian Leske von Sony erklärt die aktuellen Aufzeichnungsformate, ehe ab 12 Uhr ein Podium über die IMF Workflows diskutiert, moderiert von Dr. Rainer Schäfer vom Institut für Rundfunktechnik (IRT).

Der Workflow in der Filmproduktion selbst bildet am Nachmittag den vierten und letzten Themenblock. Randy Wedick von Band Pro blickt hinter die Kulissen des 4K-Kurzfilms »Tokyo Dance«, Van Bedient von Adobe erklärt das Making-of der Krimiserie »Mindhunter«.

Ein ganz anderer Blick in die Zukunft eröffnet sich ab 15 Uhr. Während große Hollywood-Studios wie Universal oder Walt Disney bei ihren Produktionen schon längst auf Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit achten, spielt das in Deutschland nur in Einzelfällen eine Rolle. Das neue Netzwerk Crew Tech vereint die ersten Ansätze einiger Fördereinrichtungen, Hersteller und Geräteverleiher mit dem Ziel, nachhaltige Filmtechnik von der Energieversorgung bis zum Licht zu entwickeln. Das Projekt wird um 15 Uhr von Oliver Zenglein als Initiator und Geschäftsführer von Crew United vorgestellt, gefolgt von einem Get-Together und Workshop.

Und dann gibt es ja auch noch neue Arten, Filme zu schauen, die ihrerseits nach neuen Arten des Filmens verlangen. Den Montag, 24. September, macht der »cineCongress« zum »Tag der virtuellen Welten«.

Smartphones, Head-Mounted Displays oder Rundumprojektionen lassen den Zuschauer in ihre künstlichen Welten eintauchen und eröffnen eine neue Art von Anschaulichkeit in Industrie, Entertainment, Gaming oder E-Learning. Darum hat die bayerische Landesregierung beschlossen, die Entwicklung neuer Anwendungen für virtuelle Welten zu unterstützen. Der Kongress-Montag soll als Auftaktveranstaltung für weitere Aktivitäten gelten, um das Interesse an dieser Technik zu fördern. 

www.cinec.de