Deloitte Innovation Survey: "Innovation made in Europe"

Mehr Technik auf Kosten der Mitarbeiterzahlen?

Deloitte hat für die EMEA Innovation Survey untersucht, wie es wirklich um die Innovationsfähigkeit in Europa steht und dazu 760 Unternehmen aus 20 Branchen und 16 europäischen Ländern zu ihren Zukunftsplänen und den dazugehörigen Herausforderungen in Sachen Innovation befragt. In Europa geht statt eines Innovationsrauschs eher die Angst um, von den großen Innovationsmächten in West und Ost abgehängt worden zu sein.

Quelle: Deloitte

88 Prozent der befragten Unternehmen wollen in den kommenden zwei Jahren stärker in Innovation investieren. Die Mehrheit der Unternehmen erwartet steigende oder gleichbleibende Mitarbeiterzahlen. 12 Prozent wollen das aktuelle Niveau halten. Eine Senkung des Innovationsbudgets plant aber keines der Unternehmen. 

Doch Innovation ist ein Begriff mit einem gewissen Interpretationsspielraum. Für europäische Unternehmen geht es dabei vor allem um Technik. Diese ist für 92 Prozent der Befragten der wichtigste Treiber von Innovation. In einem Zeitraum von rund 20 Jahren haben neue, digitale Technologien eine Reihe althergebrachter Geschäftsmodelle grundlegend verändert oder gar überflüssig gemacht und neue geschaffen. 

Dabei gehen Technik und Innovation in Europa Hand in Hand. Besonders im Fokus stehen dabei bisher Data Analytics und Cloud Computing. Hier investieren bereits 62 Prozent der befragten Unternehmen. In der Umfrage zeigt sich jedoch ein klarer Trend in Richtung Künstlicher Intelligenz. 42 Prozent der europäischen Unternehmen wollen in den kommenden zwei Jahren KI-Projekte umsetzen. Aber auch Augmented und Virtual Reality, robotergesteuerte Prozessautomatisierung und Blockchain sind wichtige Themen für die Unternehmen.

Die Technikbegeisterung soll, den befragten Unternehmen zufolge, allerdings nicht zu Lasten der Mitarbeiter gehen. Im Durchschnitt erwartet die Mehrheit (70 Prozent), dass die Zahl ihrer Mitarbeiter künftig gleich hoch bleibt oder sogar steigt. Hier gibt es allerdings Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Im Banking- und Finanzbereich, im Energiesektor und in der Versicherungsbranche rechnen die Unternehmen im Schnitt eher mit einem Rückgang ihrer Mitarbeiterzahl – wobei hier die Meinungen innerhalb der jeweiligen Branchen teilweise weit auseinandergehen.

Im Tech-Bereich, der Baubranche und der Vermögensverwaltung ist man dagegen besonders optimistisch. Hier erwarten jeweils rund 60 Prozent der europäischen Unternehmen, künftig mehr Mitarbeiter zu brauchen. In diesen Branchen ist der Fachkräftemangel das größere Problem für die Unternehmen. Dem will jedes dritte Unternehmen mit höheren Gehältern und Maßnahmen für eine bessere Work-Life-Balance entgegenwirken.

Ein weiteres effektives Mittel im Kampf gegen den Fachkräftemangel bietet die Kooperation mit externen Partnern. Doch hier sind die europäischen Unternehmen noch zurückhaltend. So kooperiert bisher nur ein Drittel der Befragten mit Universitäten oder Startups. Denn innovatives Potenzial ist durchaus vorhanden in europäischen Unternehmen. Nur 34 Prozent der Befragten beklagen eine mangelnde Innovationskultur im eigenen Haus.

Inhaltlich verantwortlich für die Studie sind Nicolai Andersen, Leiter Innovation bei Deloitte und Dr. Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte.

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