Deutscher Kamerapreis 2019

Elf Bildgestalter geehrt

Am 10. Mai 2019 wurden Acht Kameramänner und Kamerafrauen sowie drei Editorinnen und Editoren, im Tanzbrunnen in Köln, mit dem renommierten Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet. Sie haben sich gegen rund 500 Mitbewerber durchgesetzt und die Jury durch ihre herausragenden Leistungen in der Bildgestaltung überzeugt.

Quelle: WDR

In diesem Jahr geht der Ehrenpreis an Benedict Neuenfels. Zu seinem Werk gehört das Flüchtlingsdrama „Styx“ oder auch der oscarprämierte Film „Die Fälscher“. Seine Kreativität und Profession, seine Fähigkeit, technische Normen und Grenzen aufzuheben, und die Tatsache, dass er sich nicht auf Genres festlegen lässt, überzeugten das Kuratorium des Deutschen Kamerapreis.

Für seine Bildgestaltung in „Capernaum – Stadt der Hoffnung“, dem Film, wird Christopher Aoun ausgezeichnet. Die Jury zeigt sich beeindruckt von seiner aufwendigen und zugleich sensiblen Kameraarbeit, mit der Aoun dem bedrückenden Leben von Flüchtlingen und in größter Armut aufwachsenden Kindern in Beirut eine ungeahnte Würde verleiht.

David Luther erhält den Deutschen Kamerapreis für eine Folge der Serie „Das Boot“. Die Jury betont das harmonische Zusammenspiel von Kameraführung und Lichtgestaltung, mit der Luther eine eigenständige, souveräne und moderne Bildsprache entwickelt, „die das Original respektvoll würdigt und gleichzeitig eigene Akzente setzt“.

Mit seiner Kamera begleitet Mitja Hagelüken in „Wohin mit all der Liebe“ (MDR) die hochtalentierten Schülerinnen und Schüler der Paliashvili Musikschule in Tiflis. „Die nie aufdringliche, eher beobachtende Kamera taucht ein in die Welt der Musik, dank Bilder voller intensiv leuchtender Farben. Sie kommt den Menschen, ihren Träumen und ihren Idealen dabei ganz nahe“, heißt es in der Begründung der Jury.

Wie unterhaltsam Müll sein kann, dokumentiert Thomas Lütz in der Reportage in „Berlin putzt! Dreckige Zeiten: Von Saubermännern, Strippern und starken Jungs (Teil 2)“ (rbb) und erhält dafür den begehrten Obelisken. Die Jury bewundert Lütz‘ erfrischend neuen Blicke auf Berlin und die außergewöhnlichen Einstellungen vom Müll …“.

In „I Grew A Statue“ (BR) lässt die obsessive Leidenschaft von Protagonist Oscar für die verheiratete Künstlerin Hermine die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, Kunst und Leben immer mehr verschwimmen. Kameramann Karl Kürten beeindruckt bei seiner Arbeit die Jury „durch die Kadrierung und den Umgang mit verschiedenen Bildebenen. Jedes Bild ist durchkomponiert“.

Das Filmporträt von Thomas Wittmann über die Hüttenwirtin Silvia Beyer in „Wir in Bayern: Die hohe Küche – Hündeleskopfhütte“ (BR) überzeugte die Jury ebenfalls. Sie lobt seine konsequente Inszenierung und ausdrucksstarke Bildgestaltung, die dem Film zu einer intensiven und vielschichtigen Erzählung verhilft.

Im Drama „Unser Kind“ (WDR) verbindet Stefan Stabenow mit seiner Schnittarbeit „auf elegante und organische Weise die Zeitebenen von Gegenwart und Vergangenheit. Er gibt den Figuren Raum, sich zu entfalten, ohne direkt Partei zu ergreifen“, urteilt die Jury.

Editor Carsten Piefke erhält für seine Montage von „Berlin putzt! Dreckige Zeiten: Von Saubermännern, Strippern und starken Jungs (Teil 2)“ (rbb) den Deutschen Kamerapreis. In den Augen der Jury vermittelt Piefkes Schnittrhythmus eine solche Leichtigkeit und gute Laune beim Zuschauer, dass dieser den Wunsch verspürt „aufzuräumen“.

In diesem Jahr erhält Natascha Vavrina einen Nachwuchspreis für ihre Kameraführung in „Echo“, die das Kuratorium wegen ihres experimentellen Charakters und ihrer erstaunlichen Reife lobt. Mit dem zweiten Nachwuchspreis wird Johanna Sofia Kausch für ihren Schnitt von „Stara Nova Ljubav“ geehrt – hier imponieren dem Kuratorium, wie verschiedene Bildebenen durch ihren Schnitt zu einer großartigen Collage verschmelzen. Die beiden Nachwuchspreise werden in diesem Jahr von der Panasonic Marketing Europe GmbH und SIGMA (Deutschland) GmbH gestiftet.

Die feierliche Preisverleihung unter der Federführung des WDR wurde von Marco Schreyl moderiert. Einen Zusammenschnitt der Veranstaltung das NDR Fernsehen am Mittwoch, 29. Mai 2019 von 0.45 bis 2.20 Uhr.

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