UFA und Fraunhofer HHI realisieren erstes volumetrisches Zeitzeugeninterview

„Begehbarer Film“ in virtueller Realität

Im Volucap-Studio in Potsdam-Babelsberg hat die UFA ein erstes volumetrisches Zeitzeugeninterview gedreht. Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI, das unter der Leitung von Dr. Oliver Schreer die technische Seite des Projektes verantwortet.

Quelle: UFA

Die letzten Überlebenden, die die Gräuel des Nationalsozialismus am eigenen Leib erlebt haben, befinden sich bereits im hohen Alter. Der Kurzfilm „Ernst Grube – Das Vermächtnis“ setzt sich für die Bewahrung dieser Stimmen ein. Mit der Technologie des volumetrischen Videos, dessen Basistechnologie „3D Human Body Reconstruction“ von Forschern des Fraunhofer HHI entwickelt wurde, wurden die Erinnerungen des Holocaust-Überlebenden Ernst Grube für nachfolgende Generationen festgehalten.
Der jüdische Zeitzeuge berichtete im volumetrischen Volucap-Studio von seinen Erfahrungen im nationalsozialistischen Deutschland und seiner Gefangenschaft im Konzentrationslager Theresienstadt. Mithilfe von 16 Kamerapaaren und einer enormen Rechenleistung entstand im volumetrischen Studio ein naturgetreues dreidimensionales Abbild des ergreifenden Zeitzeugenberichts, welches direkt in eine virtuelle Welt integriert werden kann.
Durch diesen „begehbaren Film" werde ein Zeitdokument in einer „noch nie dagewesenen Weise“ veranschaulicht. So soll vor allem jüngeren Generationen, denen die Geschehnisse des Nationalsozialismus weit entfernt scheinen, die Thematik als Virtual Reality-Erlebnis anschaulich vermittelt werden, heißt es beim Fraunhofer HHI. Geplant ist die Vorführung des Kurzfilms in Kooperation mit einer Bildungseinrichtung in regionalen Schulen, Gedenkstätten und auf Einzelveranstaltungen.

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