Projekt OptiCON: Zehnmal höherer Durchsatz in optischen Netzen

Forschung zu Glasfasernetzen der nächsten Generation

Technologien, mit denen auf Glasfaserinfrastruktur ein zehnmal höherer Durchsatz als heute erzielt werden kann, untersucht das Projekt OptiCON. Da der Internetverkehr weiterhin exponentiell zunimmt, werde das Projekt der Schlüssel zur Ausweitung mobiler Anwendungen bei 5G und darüber hinaus zur digitalen Transformation aller Lebensbereiche sein, teilt Fraunhofer HHI mit.

Quelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Zu den Zielen von OptiCON gehören die maximale Nutzung des verfügbaren optischen Spektrums sowie die Erforschung neuer Glasfasertypen, neuartiger Übertragungsschemata sowie automatisierter Überwachung und SDN-basierter (Software Defined Networking) Steuerung.

Das Unternehmen ADVA hat die Leitung des Forschungsprojekts übernommen. „Dieses Projekt ist von elementarer Bedeutung“, betonte Annika Dochhan, Principal Engineer, Advanced Technology bei ADVA und Projektleiterin von OptiCON. „Angesichts der Tatsache, dass wir in der optischen Übertragungstechnik bereits in der Nähe des Shannon-Limits agieren und die Möglichkeiten, die Bitraten pro Kanal noch weiter zu erhöhen, sich erschöpfen, suchen wir nach neuen Wegen, die Kapazität in photonischen Netzen auch zukünftig noch weiter zu erhöhen. Durch die bessere Nutzung von optischem Spektrum können wir den Wert von DWDM-Netzen (Dense Wavelength Division Multiplexing) maximieren und den steigenden Datenbedarf von Cloud-, VFideo- und Mobilgeräten bewältigen.“

Bei OptiCON gehe es darum, die nächste Generation von Datenübertragung zu entwickeln und die Netzbetreiber in die Lage zu versetzen, den exponentiell steigenden Datenverkehr, mit dem sie täglich konfrontiert werden, zu bewältigen. Das Projekt baut auf dem neuesten Stand der Technik in unserer FSP 3000 Plattform auf. Dank einem offenen Line-System (Open Line System, OLS) und der TeraFlex-Terminal-Technologie können mit dem Produkt aktuell die niedrigsten Kosten für Bittransport in unterschiedlichsten Netzszenarien erzielt werden. Mit OptiCON heben wir nun die Glasfaser-basierte Übertragungstechnik auf die nächste Stufe.“

Bisher war DWDM-Datenübertragung hauptsächlich auf die C- und L-Bänder des optischen Spektrums beschränkt. Durch die Überwindung langjähriger technischer und wirtschaftlicher Hürden ermöglicht OptiCON den Netzbetreibern, viel mehr von der in der Glasfaser verfügbaren Bandbreite zu nutzen und damit mehr Bits pro Sekunde zu übertragen. Dies wird durch eine Kombination von technischen Innovationen erreicht, einschließlich fortschrittlicher Verstärker, verbesserter Fasern, neuartiger Sende- und Empfangstechnik (Transceiver) und neuer Techniken zur Überwachung und Steuerung. In dem dreijährigen, von ADVA-geführten Projekt arbeiten auch das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI, Highstreet Technologies, die Technische Universität München und VPIphotonics.

„Unsere Arbeit in OptiCON konzentriert sich auf die physikalische Ebene der Datenübertragung und die Entwicklung der optischen Telemetrie“, erläuterte Ronald Freund, Abteilungsleiter Photonische Netze und Systeme am Fraunhofer HHI. „Dies ist entscheidend, um die für die Optimierung der vollen Kapazität erforderlichen feingranularen Anpassungen der Datensignale zu ermöglichen.“

www.adva.com
www.hhi.fraunhofer.de

 

 

 

 

 

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