Zehn Preisträger bei 30. Deutschem Kamerapreis 2020

Erstmals "lebendiger Eindruck" von Preisträgern für Öffentlichkeit auf Webseite möglich

Sieben Kameramänner und -frauen sowie drei Editoren werden in diesem Jahr mit dem Deutschen Kamerapreis geehrt. Sie haben sich gegen rund 430 Mitbewerber durchgesetzt und konnten die Fachjurys und die diesjährige Jurypräsidentin Simone Stewens mit ihren Leistungen überzeugen.

Quelle: WDR

Walter Demonte, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Kamerapreis Köln e. V.: „Erstmals in der Geschichte des traditionsreichen Medienpreises hat ab sofort eine breite Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich von den Preisträgern und dem allerhöchsten Niveau ihrer Beiträge auf unserer Website einen lebendigen Eindruck zu verschaffen. Damit tragen wir dem Umstand Rechnung, dass wir aufgrund der Corona-Pandemie die Gala zur Preisverleihung absagen mussten.“

Beste Kamera / Spielfilm

Juan Sarmiento G. wurde für seine Bildgestaltung in dem Film „Valley of Souls“ ausgezeichnet. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der ebenso unaufdringlich-leisen wie emotional kraftvollen Art und Weise, in der Sarmiento G. die Suche eines kolumbianischen Fischers nach den Leichnamen seiner von Paramilitärs ermordeten Söhne ins Bild setzt.

Beste Kamera / Fernsehfilm/Serie

Für seine Bildgestaltung des Tatorts „Unklare Lage“, der einen Attentäter und die Erforschung seiner Motive in den Mittelpunkt stellt, erhält Florian Emmerich den Deutschen Kamerapreis. Die Jury hebt hervor, wie überzeugend es in der Kameraarbeit gelinge, die unklare Gemengelage, die den Rahmen für die polizeilichen Ermittlungen bildet, auf visueller Ebene widerzuspiegeln.

Beste Kamera / Dokumentarfilm

Benny Jaberg wird gekürt für die Bildgestaltung im Dokumentarfilm „NOT ME – A Journey with Not Vital“, der dem Schweizer Konzeptkünstler ein filmisches Denkmal setzt. Besonders bemerkenswert war in den Augen der Jury die außerordentliche Fähigkeit Jabergs, nicht nur die äußere, sondern auch die innere Wirklichkeit einzufangen und die dokumentarische mit der inszenierten Ebene zu verknüpfen.

Beste Kamera / Dokumentation

Dem aussterbenden Beruf der Köhler widmet sich die Dokumentation „Arte Re: Holzkohle ade – Polens Köhler vor dem Aus“. Dunja Engelbrecht wird für ihre Bildgestaltung in dieser Produktion geehrt. Ihr ist es laut Jury in herausragender Weise gelungen, den rauen Alltag auf der Bildebene zu transportieren.

Beste Kamera / Kurzfilm

Claire Jahn wird ausgezeichnet für ihre Kameraarbeit im Kurzfilm „Die Schützin“, der das Leben der Titelfigur und ihre Beziehung zu zwei Frauen in den Fokus rückt. Die Jury hebt den „feinfühligen Einsatz von Licht, Komposition und Farbe“ hervor, in dem sich das besondere filmische Gespür der Preisträgerin offenbare.

Beste Kamera / Journalistische Kurzformate

Felix Korfmann ist der Preisträger in dieser Kategorie. Geehrt wird er für seine Mitwirkung in der Reportage „Anni am Limit – Zwischen Körper und Geist (Folge 2)“, die den Trend zur Selbstoptimierung in all seinen Spielarten beleuchtet. Gelobt wird er von der Jury für seine unaufdringliche und mit Bedacht auf das Geschehen ausgerichtete Art der Bildgebung.

Bester Schnitt / Dokumentarfilm

Das Porträt einer Familie über drei Generationen hinweg erschafft der Dokumentarfilm „Walchensee Forever“. Für ihre editorische Leistung darin erhält Anja Pohl den Deutschen Kamerapreis. „Die Montage ist geschickt und gleichzeitig zurückhaltend, sodass das reiche Material volle erzählerische Wirkung entfalten kann“, urteilt die Jury.

Bester Schnitt / Dokumentation

„Beethovens Neunte: Symphonie für die Welt“ spiegelt die weltweite Popularität eines der bedeutendsten Werke der klassischen Musik wider. Die Editorin Janine Dauterich wird laut Begründung der Jury für ihre eindrucksvolle Weise geehrt, in ihrem Schnitt das musikalische Kernthema aufzugreifen und spannungsvoll zu entfalten.

Nachwuchspreise

Ausgezeichnet wird Felix Pflieger für seine Kameraführung in „Die letzten Kinder im Paradies“, die das Kuratorium des Vereins für ihre „erstaunliche Stilsicherheit“ lobt. Mit dem zweiten Nachwuchspreis wird Elias Jutzet für seine Schnittleistung in „Cru“ bedacht, die sich durch „gekonnte Schnitte und Rhythmuswechsel“ auszeichnet. Die beiden Nachwuchspreise werden in diesem Jahr von Panasonic Marketing Europe GmbH und SIGMA (Deutschland) GmbH gestiftet.

Von der Vergabe eines Ehrenpreises wird in diesem Jahr abgesehen.

www.deutscher-kamerapreis.de

 

 

 

 

 

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