Fraunhofer HHI mit neuer Forschungsabteilung "Künstliche Intelligenz"

Neue KI-Abteilung geht aus Forschungsgruppe "Maschinelles Lernen" hervor

Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) hat eine neue Forschungsabteilung „Künstliche Intelligenz“ gegründet. Mit diesem Schritt wird angestrebt, die mehrfach ausgezeichnete KI-Grundlagenforschung auszubauen und den Transfer in die Industrie weiter zu stärken, heißt es in Berlin.

Quelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Darüber hinaus soll die weltweite Führungsrolle bei Themen wie erklärbare KI (Explainable AI) und Kompression von neuronalen Netzwerken gestärkt werden. Die neue Abteilung ist aus der Forschungsgruppe „Maschinelles Lernen“ am Fraunhofer HHI hervorgegangen und wird von Dr. Wojciech Samek, bisher Leiter dieser Forschungsgruppe, geleitet. Der KI-Experte wird sich mit seinem Team, das aktuell 41 Mitarbeiter umfasst, mit zentralen Zukunftsfragen der KI-Forschung beschäftigen.

Die Diskussion aktueller Fragestellungen zum Thema KI sind für die digitale Gesellschaft von großer Bedeutung. So beschäftigen sich die Fraunhofer HHI-Forschenden beispielsweise damit, wie die Zuverlässigkeit und Erklärbarkeit von tiefen neuronalen Netzen verbessert werden kann. Weiterhin schauen sie sich an, wie der Zertifizierungsprozess in Bezug auf KI-Algorithmen aussehen könnte. Auch die Frage, wie man die Energieeffizienz von tiefen neuronalen Netzwerken verbessern kann, steht im Raum. „Ich freue mich sehr darüber, dass das wichtige Thema KI mit einer eigenen Abteilung an unserem Institut eine noch größere Rolle bekommt,“ sagt Dr. Wojciech Samek, Leiter der Abteilung Künstliche Intelligenz am Fraunhofer HHI. „Mit meinem Forschungsteam möchte ich eine Brücke bauen zwischen der methodischen KI-Grundlagenforschung und dem Transfer dieser Erkenntnisse und Techniken in die Praxis. Dabei wollen wir die KI ganz neu denken. Weg von einer daten- und energiehungrigen, zentralisiert trainierten und intransparenten KI, hin zu einer vernetzten und kontinuierlich lernenden ‚Grünen KI‘, die ihre Entscheidungen nachvollziehbar erklären kann und sich ihrer Unsicherheiten bewusst ist.“

Die neue Abteilung KI ist in drei Forschungsgruppen unterteilt, die sich jeweils mit unterschiedlichen Aspekten auseinandersetzen. Die Gruppe „Erklärbare Künstliche Intelligenz“ erforscht Ansätze zur Erklärbarkeit sowie zur Erhöhung der Robustheit und Zuverlässigkeit von KI-Modellen. Weiterhin arbeitet sie an Qualitätsmetriken für KI-Modelle und widmet sich dem Thema KI-Zertifizierung. Die Mitarbeitenden der Gruppe „Angewandtes Maschinelles Lernen“ beschäftigen sich mit der Anwendung von Machine Learning in unterschiedlichen Bereichen wie der Medizin und der Industrie. Zusätzlich wird hier an der Entwicklung von neuen tiefen Architekturen und innovativen Machine-Learning-Techniken wie Self-Supervised Learning und Multi-Head Attention gearbeitet. Dabei betrachten die Forschenden stets den gesamten Lebenszyklus der KI. Die Gruppe „Effizientes Deep Learning” widmet sich der energie-effizienten Implementierung von neuronalen Netzen und dem Federated Learning. Ein weiteres Kernthema, welches zusammen mit der Abteilung „Videokommunikation und Applikationen“ am Fraunhofer HHI erforscht wird, sind neue Algorithmen zur Kompression von tiefen neuronalen Netzen.

„In vielen Bereichen ist eine Zukunft ohne KI nicht mehr denkbar,“ kommentiert Prof. Thomas Wiegand, Institutsleiter am Fraunhofer HHI. „Die KI-Forschung voranzubringen und Themen wie Erklärbarkeit, Verifizierbarkeit und Standardisierung gezielt anzugehen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Mit dem weiteren Ausbau einer leistungsstarken KI-Forschung und dem Zusammenbringen der auf diesem Gebiet führenden Köpfe tragen wir dazu bei, den KI-Standort Deutschland weiter zu stärken.“

Zu den aktuellen Forschungsprojekten der neuen Abteilung KI gehören unter anderem das EU-geförderte Projekt COPA Europe, das vom BMBF geförderte Projekt Patho234 sowie das vom BMVI geförderte Projekt KLIPS.

https://www.hhi.fraunhofer.de/

 

 

 

 

 

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