Volumetrischer Zeitzeugenbericht auf Ausstellung in München

UFA und Fraunhofer HHI präsentieren VR-Case des Zeitzeugeninterviews „Ernst Grube – Das Vermächtnis“

Berichte von Zeitzeugen stehen im Fokus der Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft“, die ab dem 23. Juni 2021 im NS-Dokumentationszentrum München zu sehen sein wird. Das Fraunhofer HHI hat hier gemeinsam mit der UFA einen wichtigen Beitrag geleistet. Mit Hilfe der Technologie volumetrisches Video hat das Team die Erinnerungen des Holocaust-Überlebenden Ernst Grube im volumetrischen Studio in Potsdam-Babelsberg festgehalten. Nun entstand ein dreiminütiger „Proof-of-Concept“ des volumetrischen Zeitzeugenberichts, der im Rahmen der Ausstellung als begehbarer Film erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Quelle: Fraunhofer HHI

Die Gräueltaten des Nationalsozialismus für nachfolgende Generationen festzuhalten und einen wertvollen Beitrag zur deutschen und europäischen Erinnerungskultur zu leisten, das war das Ziel des Projekts „Zeitzeugen“, das die UFA gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI vor zwei Jahren umgesetzt hat. Mit Hilfe der Technologie volumetrisches Video hat das Team die Erinnerungen des Holocaust-Überlebenden Ernst Grube im volumetrischen Studio der Firma Volucap GmbH in Potsdam-Babelsberg festgehalten. Unter Einsatz von 16 Kamerapaaren und eines komplexen Videoverarbeitungsprozesses entstand mit „Ernst Grube – Das Vermächtnis“ das weltweit erste volumetrische Zeitzeugeninterview. Das naturgetreue, dreidimensionale Abbild des ergreifenden Zeitzeugenberichts kann direkt in eine virtuelle Welt integriert werden. So entsteht ein begehbarer Film für nachfolgende Generationen.

Aus den 80 Minuten Interviewmaterial, das in 2019 aufgezeichnet wurde, haben die UFA und das Fraunhofer HHI jetzt einen dreiminütigen „Proof-of-Concept“ des volumetrischen Zeitzeugenberichts fertiggestellt. Dieser wird im Rahmen der Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ des NS-Dokumentationszentrums München erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Interessierte Besucher:innen können den Ausschnitt aus „Ernst Grube – Das Vermächtnis“ vom 23. Juni 2021 bis zum 14. November 2021 anschauen.

Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des NS-Dokumentationszentrums München, des Jüdischen Museums Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Besucher:innen der Ausstellung haben die Gelegenheit, sich mit neu entwickelten digitalen Zeitzeugnissen auseinanderzusetzen, die an der LMU in München, der UFA, dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut und dem Volucap Studio entwickelt wurden. Die Innovationen sind in diesem Rahmen erstmals zu sehen.

Joachim Kosack, Geschäftsführer UFA und UFA Serial Drama: „Es gibt nicht mehr viele Zeitzeug:innen, die den Holocaust überlebt haben und darüber berichten können. Deshalb ist es umso wichtiger, die Erinnerungen für jüngere Generationen wachzuhalten. Der Kurzfilm „Ernst Grube – Das Vermächtnis“ möchte genau das erreichen. In einer einzigartigen Art und Weise wurde der Holocaust-Überlebende Ernst Grube im Volucap-Studio in Potsdam aufgenommen und aus dessen Lebensgeschichte ein begehbarer Film produziert. Interviewt wird er dabei von einem Schüler aus Potsdam, der natürlich die jüngere Zielgruppe des Formats repräsentiert und den Erzählungen eine chronologische Struktur gibt. In dem begehbaren Film berichtet er dem Schüler von seinen Erfahrungen im nationalsozialistischen Deutschland und seiner Gefangenschaft im Konzentrationslager Theresienstadt. Wir freuen uns sehr, dass unsere volumetrische Produktion einen neuen Meilenstein in der Aufrechterhaltung unserer notwendigen Erinnerungskultur setzen kann.“

Oliver Schreer, Gruppenleiter „Immersive Medien und Kommunikation“ am Fraunhofer HHI: „Mit volumetrischem Video haben wir eine einzigartige Möglichkeit geschaffen, Zeitzeugeninterviews mit Holocaust-Überlebenden für nachfolgende Generationen zu bewahren und realitätstreu erfahrbar zu machen. Die von uns entwickelte leistungsstarke und vielseitig einsetzbare Technologie bietet ein enormes Potenzial für die Bildung und Erinnerungskultur. Gerade in Zeiten, in denen antisemitische Tendenzen wieder sichtbar werden, ist dies wichtiger denn je.“

Das Pilotprojekt ist eine Kooperation zwischen der UFA unter der Leitung von UFA Serial Drama VFX-Supervisor Frank Govaere und UFA Show & Factual Producer Philipp Grieß. Beide zeichnen für die Produktion des Interviews und das inhaltliche und visuelle Storytelling verantwortlich. Dr. Oliver Schreer vom Fraunhofer HHI leitet die technische Seite des Projekts. Die Produktion des Interviews unter Einsatz von volumetrischem Video sowie die Erstellung des „Proof-of Concept“ wurden vom Land Brandenburg finanziert.

www.ufa.de

www.hhi.fraunhofer.de

 

 

 

 

 

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