"Going Green": Nachhaltigkeit in Medien-Produktion, Distribution und Endgeräten

Wie Produktion, Distribution und der Empfang von audiovisuellen Medieninhalten möglichst umweltschonend gestaltet werden können, stand im Fokus des Branchen-Events „Going Green“ der Deutschen TV-Plattform in Berlin. Fazit: Bei der Inhalte-Produktion werden Maßnahmen für die Reduzierung von CO2 anhand konkreter Kriterien bereits zielgerichtet evaluiert.

Expertentalk zu Nachhaltigkeit in der Content-Produktion (v.l.n.r): Jörn Krieger (Moderation), Michael Becker (SWR), Marie-Fee Taube (RTL Deutschland) und Jochen Siegle (momentifilm)

Quelle: Deutsche TV-Plattform

Dazu definieren Initiativen wie der Arbeitskreis Green Shooting einheitliche ökologische Mindeststandards. Auf der Distributionsseite ist die Datenlage dagegen noch lückenhaft, es fehlen belastbare Daten für die Bewertung von Maßnahmen zur CO2-Reduktion für die verschiedenen Verbreitungswege. Die Geräteindustrie agiert schon heute aufgrund zahlreicher Gesetzesvorschriften insbesondere mit Blick auf Ecodesign-Vorgaben in einem engen Korsett, und seht sich künftig durch neue Regulierungspakete der EU mit weiteren Herausforderungen in puncto Nachhaltigkeit konfrontiert.

Nachhaltigkeit in der Produktion

„Nachhaltigkeit ist das Handlungsprinzip der aktuellen Zeit“, sagte Marie-Fee Taube, Director Sustainability / Corporate Strategy & Development, RTL Deutschland, in ihrem Vortrag zur Nachhaltigkeit bei der Content-Produktion. Die TV- und Film-Branche habe die Verantwortung gemeinsam erkannt und angenommen. Das zeige sich vor allem durch den Dialog im Arbeitskreis Green Shooting – einem Zusammenschluss deutscher Produzenten, Sender, Filmförderer und Verbände. Das gemeinsame Ziel: Produktionen so umwelt- und klimaverträglich wie möglich zu machen und CO2-Emissionen zu minimieren. Jüngster Meilenstein ist das Committment auf gemeinsame Ökologische Mindeststandards (ÖMS), welche bei Bestehen mit dem einheitlichen Label „green motion“ ausgezeichnet werden. Auf Basis der ÖMS ließen sich schon heute in der Regel 50 Prozent Energie sparen. „Green Productions ist eine Gesamtaufgabe der Branche – nicht schlagartig, aber graduell. Wir streben mit Green Productions nach langfristiger Veränderung“, sagte Taube. In der anschließenden Diskussion mit Michael Becker, Leitung Abteilung Szenische Herstellung Auftragsproduktionen & Nachhaltigkeit, SWR, Jochen Siegle, Managing Partner, momentifilm, zeigte sich, dass vor allem im Bereich Logistik (Mobilität, Reise, Transport) sowie Energie große Einsparpotenziale liegen.

Nachhaltigkeit bei der Distribution

Einsparpotenziale beim Videostreaming untersuchen gemeinsam T-Labs Deutsche Telekom und Fraunhofer FOKUS. Peter Pogrzeba (Deutsche Telekom) stellte die aktuellen Ergebnisse vor. Den tendenziell größten Anteil am Energieverbrauch in der Streamingkette habe das Verteilnetzwerk (25-35%). Auch die Auflösung des Signals spiele eine wichtige Rolle. Bei höherer Auflösung der Streams (UHD) steige der Stromverbrauch drastisch (bis zum Dreifachen gegenüber HD). „Insgesamt gibt es momentan aber keine detaillierten Daten zum Stromverbrauch für Videostreaming im Netzwerk“, so Pogrzeba. In der anschließenden Diskussionsrunde mit Michael Pausch, Leitung Rundfunkverbreitung und Frequenzmanagement, Bayerischer Rundfunk, und Holger Kuntz, Industry Engagement Marketing, Akamai Technologies, wurde herausgestellt, dass es bei der Bewertung von linearer oder non-linearer Verbreitung auf den Inhalt und den Use Case für den Kunden ankommt, der immer öfter Inhalte über Streaming nutzt. Live-Sendungen blieben auch in puncto Energieeffizienz eine Domäne des klassischen Rundfunks.

Nachhaltigkeit auf Empfängerseite

Christian Eckert, Bereichsleiter Nachhaltigkeit & Umwelt des ZVEI, dem Verband der Elektro- und Digitalindustrie, gab einen Ausblick auf die Regulierungsvorhaben auf europäischer und nationaler Ebene. Er stellte die Entwicklung heraus vom vormals linearen Ansatz der EU, der bei den jeweiligen Wertschöpfungsschritten wie Produktdesign, Verpackung und Entsorgung ansetzt, zu einem künftig zirkulären Ansatz. Besondere Bedeutung hat für die Geräteindustrie die „Ecodesign for Sustainable Products Regulation“. Dieses Maßnahmenpaket gibt wichtige Impulse für einem schonenderen Umgang mit Ressourcen, mehr Energieeffizienz und damit mehr Klimaschutz sowie Resilienz in Europa. „Die Vielzahl an Nachhaltigkeitsanforderungen darf allerdings nicht zulasten der Produktsicherheit oder -funktionalität gehen“, unterstrich Eckert. In der anschließenden Diskussionsrunde unterstrich Volker Blume, CEO, BLU TEC ONE, dass die Hersteller im Hinblick auf die Energieeffizienz von Fernsehgeräten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt haben – die Geräte noch weiter zu optimieren sei schwierig. Eckert erläuterte, dass die Relevanz des Energielabels für TV-Geräte als Kaufkriterium sinke, da aufgrund neuer Berechnungsmodi nahezu alle Geräte in die gleiche Energieklasse eingestuft würden – was dem Verbraucher keine Orientierung biete. Mit Blick auf das Recycling von Altgeräten zeigte sich Alexander Goldberg, Vorstand, Stiftung Elektro-Altgeräte Register, optimistisch. Der Wissenstand der Verbraucher, wo Endgeräte wie Fernseher, Receiver & Co. entsorgt werden, steige kontinuierlich. Als gemeinsame Stelle der Hersteller informiert die Stiftung ear bundesweit die Verbraucher:innen über die korrekte Entsorgung von elektronischen Altgeräten mit der Kampagne „Plan E“.  Elektronische Produkte, die das Ende ihrer Nutzungs- oder Lebenszeit erreicht haben, sind kein Müll, sondern eine Quelle für wiederverwertbare Rohstoffe. Um diese zu sichern, müssen Altgeräte fachgerecht entsorgt werden – für mehr Nachhaltigkeit und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

www.tv-plattform.de

 

 

 

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